Geschichte des Fliegens in Mladá Boleslav

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Geschichte des Fliegens in Mladá Boleslav - von Metoděj Vlach bis hin zur Gegenwart

 

Es begann mit Vlach und Hieronymus

 

images/stories/09-29-17-04-12-36-vlach_original_1912jpg.jpgIm Jahr 1909 begann der damals 22-jährige Metoděj Vlach, der bei der Firma „Laurin und Klement" als Monteur von Motoren arbeitete, mit Versuchen, ein Flugzeug zusammenzubauen. Er baute insgesamt vier Flugzeuge, von denen drei nicht flogen, sondern nur bis zur Höhe von 1 Meter „hüpften". Die Flugzeuge hatten in dieser Zeit keine guten Flugeigenschaften und bei den Tests kam es beinahe immer zu Beschädigungen. Im Jahr 1910 begann er, mit Freunden einen Eindecker zu bauen, dessen Bau er im April 1912 beendete. Herr Vlach startete am 8.11.1912 mit diesem Flugzeug das erste Mal in Mladá Boleslav an dem Ort, an dem heute sein Denkmal steht, also an der Kreuzung der Straßen Havlíčkova und Bezručova.

Zeitgenosse von Metoděj Vlach war der Hauptkonstrukteur der Firma Laurin und Klement, der Deutsche Ing. Otto Hieronymus, der nicht nur als Konstrukteur von Motoren hervorragte, sondern auch als Automobilrennfahrer und Pilot. Er konstruierte in der Firma den ersten Flugzeugmotor unter der Bezeichnung Hiero I, der später umgearbeitet und in der Wiener Neustadt als erster Flugzeugmotor in Österreich-Ungarn serienmäßig hergestellt wurde. Ing. Otto Hieronymus flog im April 1910 mit einem Flugzeug Blériot in Prag Chuchle und in Mladá Boleslav auf dem Truppenübungsplatz in Radouč. In dieses Flugzeug hatte er seinen Motor Hiero eingebaut.

In den Jahren 1925 - 1927 wurden in der Firma Laurin und Klement große Flugzeugmotoren in der Lizenz der französischen Firma Lorraine-Dietrich hergestellt. Das waren starke Zwölfzylinder mit einer Leistung von 450 PS. Einer von ihnen ist heute im Museum Škoda Auto ausgestellt. Zu den großen Ereignissen gehörte der Weitstreckenflug mit dem zweisitzigen offenen Flugzeug Šmolík Š 16 von Prag nach Tokio im Jahr 1927, wobei das Flugzeug gerade mit diesem Motor angetrieben wurde.

 

Masaryks Luftfahrtliga

Große Bedeutung für das Fliegen in Mladá Boleslav hatte die Gründung der Ortsgruppe, der Masaryks Luftfahrtliga (MLL), die ein Vorgänger des späteren Aeroklubs war. Die Gründungsversammlung fand am 10. April 1926 statt und es beteiligten sich 182 Personen, angeführt vom Bürgermeister von Mladá Boleslav. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Generalrat der Škoda-Werke, Herr Václav Klement gewählt.

Im Jahr 1930 wurde an der Industrieschule eine Abteilung für Flugzeugmechanik errichtet. In den Werkstätten der Schule bauten die Schüler Segelflugzeuge. Im Jahr 1931 wurde die Modellbauabteilung der MLL mit Werkstatt in der Industrieschule gegründet. In diesem Jahr fand in Radouč erneut ein Flugtag statt.

 

Flugplatz bei Radouč und am Chlum

 

images/stories/09-29-17-04-13-08-letani_na_chlumujpg.jpgDie Fläche bei Radouč wurde vom Ministerium für öffentliche Arbeit als Segelflugplatz genehmigt. Da es dort keinen Hangar gab, wurden die Flugzeuge in der Industrieschule aufbewahrt und sie mussten vor dem Flug auf einem Wagen zur Fläche transportiert, dort zusammengebaut und nach dem Fliegen wieder auseinandergebaut und zurücktransportiert werden. Ein Hangar wurde hier erst 1937 errichtet.

 

 

Mit Hilfe der Industrieschule wurde 1936 ein neuer Flugplatz am Berg Chlum errichtet. Der Ort des Starts war ca. 130 m unterhalb der Landungsstelle. Hier wurde auch ein kleiner Hangar errichtet.

 

Fliegen in der Nachkriegszeit am Flugplatz Belveder

Nach dem Krieg wurde die Flugtätigkeit an den gegenwärtigen Flugplatz Belveder umgezogen. Der Hangar beim Chlum wurde von Arbeitern auseinandergenommen und auf dem neuen Flugplatz errichtet. Neben ihm wurde ein weiterer Hangar aus Material gebaut, das kostenlos aus dem ausgebombten Automobilwerk erlangt wurde. Die Hangars wurden nach der Fertigstellung nach und nach mit Flugzeugen gefüllt. Das waren Segelflugzeuge Z-24 Krajánek, Z-25 Šohaj und Z-130 Kmotr. Die ersten Motorflugzeuge waren die Praga Baby E-114 und Z-381 Bücker.

Die Flugtätigkeit blühte auf, man begann auch, die ersten Überflüge zu machen. Es traten jedoch auch Unfälle ein. Am ersten Mai 1950 sollten die Flieger Tyrner und Kcheml zu den Feierlichkeiten des Ersten Mai aus dem Flugzeug Praga E-114 einen Ball auf den Fußballplatz werfen. Das Flugzeug stürzte jedoch ab, zum Glück nicht auf die Zuschauer, aber beide Flieger kamen ums Leben.

Im Jahr 1952 entstand der Verband Svazarm und seine Aeroklubs, und es begannen große Anwerbungen an Schulen und Lehrstellen für das motorlose Fliegen.

In den siebziger Jahren flogen in Mladá Boleslav vier Flugzeuge Jak C-11 unter der Leitung von Jaroslav Rákos. Die Mitglieder der Gruppe waren Jaroslav Tomeš, Antonín Dytrych und Miroslav Kapras. Im Jahr 1967 wurde die Flugtätigkeit um die Unterweisung in Hubschraubern erweitert.

 

images/stories/09-29-17-04-13-53-ctyrka_letounu_jak_c11jpg.jpgAm Schicksal der Flugzeuge C-11 kann man gut die Situation beim Sportfliegen am Ende des sozialistischen Regimes beschreiben. Das zusammenbrechende Wirtschaftssystem war nicht in der Lage, diese historischen Flugzeuge betriebsbereit zu halten, so dass sie anstelle von Generalreparaturen abgestellt wurden und nicht mehr flogen. Einige endeten im Luftfahrtmuseum und eines wurde der „Schwesterorganisation" DOSAF in der ehemaligen UdSSR geschenkt. Ähnlich verlief auch das Geschehen in allen Aeroklubs der damaligen Tschechoslowakei und also auch in Mladá Boleslav. Das Niveau des Sportfliegens sank nach und nach und der Aeroklub orientierte sich vor allem auf das Training bzw. auf die Ausbildung von Piloten und Fallschirmspringer, bei denen vorausgesetzt wurde, dass sie in der Armee mit dem Fliegen und Abspringen weitermachen werden.

Das Sportfliegen erhielt sich vor allem dank der Begeisterung einzelner Piloten und ihrer Bereitschaft, ihrem Sport ihre ganze Freizeit und Anstrengung zu widmen.

 

Neue Ära des Fliegens nach 1989

Nach der gesamten Änderung der Situation änderten sich auch schnell die Bedingungen für das Fliegen. Das war selbstverständlich keine Änderung von Tag zu Tag, sondern während der ersten 10 Jahre nach 1989 begann sich das Fliegen im Aeroklub erneut zu entfalten, so wie wir uns das immer gewünscht hatten. Es wurde ein neues Hobby und es brachten all denen Freude, die sich ihm widmen. Die Ausbildung neuer Piloten ist ein Mittel, keinesfalls ein Ziel, für die Erhaltung und Entwicklung des Lebens des Aeroklubs. Das bringt eine ständige Entwicklung im Bereich der sportlichen Tätigkeit. So wurden erneut verschiedene Wettbewerbe wiederbelebt. Seit 2008 wird in Mladá Boleslav der Segelflugwettbewerb Gradient Gran Prix veranstaltet. Einige Mitglieder widmen sich der motorlosen Flugakrobatik, und so nahmen auch die Akrobatikwettbewerbe der Segler zu. Diese fortlaufende Entwicklung brachte auch erneut „Feiertage" des Fliegens in der Form der Flugtage Historical AirShow, die dank der Zusammenarbeit mit der Flugzeug-Stiftung Metoděj Vlach im Jahr 2002 begannen.

In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts begann auch die komplett neue Ära des Fliegens in Mladá Boleslav, und zwar von Ultraleichtflugzeugen. Es entstanden auch die ersten Luftfahrtfirmen wie die Bestar in Kosmonosy, wo aus Bausätzen die amerikanischen Flugzeuge Rans Coyote serienmäßig hergestellt werden.

Zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts wurde der Flugzeug-Stiftungsfonds Metod Vlach gegründet, mit dem Ziel, seine Replik zu bauen, und der Öffentlichkeit diese interessante, aber heute bereits vergessene Person der tschechischen Luftfahrt näherzubringen. Die Stadt gründete einen Stiftungsfonds, die Firma Škoda lieh einen Favorit-Motor und im Juni 2002 stieg zum ersten Mal die Replik des Flugzeugs des ersten tschechischen Flugzeugs in die Luft auf, das Metoděj Vlach im Jahr 1912 baute.

Mit der Vorstellung der Replik des Flugzeugs von Metod Vlach begann die Ära der Zeitgenössischen Flugtage, die Mladá Boleslav nicht nur in Tschechien, sondern auch im Ausland berühmt machten. Alle zwei Jahre landen hier interessante historische Flugzeuge aus ganz Europa und diese Aktion wurde sehr angesehen und europäisch.

Im Jahr 2007 errichtete der Stiftungsfonds in Zusammenarbeit mit der Stadt und weiteren Partnern ein Denkmal von Metoděj Vlach genau an der Stelle, an der er zum ersten Mal am 8. November 1912 startete.

 

Luftfahrtmuseum Metoděj Vlach und derzeitiger Flughafen

Im Jahr 2015 errichtete der Mittelböhmische Bezirk das schöne Gebäude des Luftfahrtmuseums Metoděj Vlach, in dem heute 28 Flugzeuge untergebracht sind, von denen 22 fliegen können und voll funktionsfähig sind. Die Flugzeuge werden regelmäßig der Öffentlichkeit bei den Aktionen „Wir fliegen für Sie" vorgeführt.

Der Flugplatz von Mladá Boleslav lebt. Hier fliegen gemeinsam die Flugzeuge des Aeroklubs und des Luftfahrtmuseums, die Hubschrauber der Nisa Air, hier werden Tandemabsprünge und Rundflüge betrieben, und die Besucher der Luftfahrtkantine beim Luftfahrtmuseum haben ständig etwas, was sie sich anschauen können.

Metoděj Vlach, der am 7. Juli seinen 130. Geburtstag feiern würde, hätte an unseren derzeitigen Flugaktivitäten große Freude.

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